Bezirksarbeitsprogramm 2020-21

Bezirksarbeitsprogramm 2020-2021

 

 

Die Covid-19 Pandemie hat nicht nur dazu geführt, dass der eigentliche Termin unserer Bezirksdelegiertenkonferenz abgesagt werden musste, sondern hat auch die gesamte Arbeitsweise des Bezirksvorstandes geändert. So setzen wir zum Beispiel in Zeiten, in denen Abstand geboten ist, vermehrt auf politische Bildungsangebote, die online stattfinden. Wir haben neue Formate ausprobiert und alte ausgebaut. Auch wenn das weitere Infektionsgeschehen nicht vorhergesagt werden kann, wird es Aufgabe des Bezirksvorstandes sein zu überprüfen, mit welchen Formaten wir weiterhin arbeiten wollen. Aber nicht nur organisatorische, sondern auch politische Fragestellungen ergeben sich aus der Pandemie heraus, die uns in Zukunft beschäftigen werden und die wir in unsere inhaltlichen Arbeitsschwerpunkte einbeziehen müssen.

 

Wir Jusos im Bezirk Nord-Niedersachsen betrachten uns als einen verbandstragenden Bezirk innerhalb der Jusos. Wir richten all unser politisches Handeln nach den Grundwerten Freiheit, Gerechtigkeit sowie Solidarität aus und kämpfen für eine sozialistische, feministische, internationalistische und antifaschistische Gesellschaft in der alle Menschen gleichberechtigt und frei von Zwängen leben können.

Im vergangenen Jahr ist nochmals deutlich geworden, dass die Jusos nicht ausschließlich “die aufmüpfigen Jugendlichen” der SPD sind, sondern viel mehr als das, ein Debatten prägendes, linkes Korrektiv unserer Mutterpartei. Der neu gewählte Parteivorstand, mit Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans an der Spitze, verspricht eine dringend notwendige inhaltliche Neuaufstellung, die viele Themen aufgreift, für die wir als Jusos schon lange streiten. Dadurch fällt uns aber noch lange nicht die Rolle der braven Parteijugend zu, wie es von Einigen heraufbeschworen wird. Wir sind nicht illusorisch und glauben, dass sich mit der Wahl einer uns inhaltlich nahen Parteispitze alles zum Guten wenden wird. Wir Jusos werden auch weiterhin den Finger in die Wunde legen und für progressive Inhalte kämpfen.

Deswegen hat sich auch nichts an unserer Position zur Großen Koalition geändert. Die GroKo ist und bleibt ein demokratietheoretisch fragwürdiges Bündnis. Aber auch abgesehen davon lässt sich mit der Union wenig davon verwirklichen, was wir uns unter einer guten Regierung vorstellen. Gerade bei uns im ländlichen Raum fehlt es an Investitionen, die durch ein dogmatisches Festhalten an der Schwarzen Null verhindert werden. Auch ein ambitionierter Klimaschutz ist ohne das Hinterfragen unserer Produktionsweise und damit der Kritik an kapitalistischen Verhältnissen nicht möglich. Mit einer Union, die weiterhin die Parteien AfD und die Linke gleichsetzt und das Wort Sozialismus reflexartig mit der DDR verknüpft, entzieht sich schon die Grundlage für eine solche Debatte. Und auch in einer Zeit voller diplomatischer Krisen und verheerenden Konflikten wirkt die GroKo oft planlos und uneinig. Auf Grundlage dieser Analyse wollen wir in der nächsten Legislatur schwerpunktmäßig an den Themen sozial- ökologische Transformation, progressive Außen-und Sicherheitspolitik und Zukunft des ländlichen Raums arbeiten. Wir wollen gemeinsam mit allen Unterbezirken und Kreisvereinen zu diesen Themen Positionen entwickeln, um sie bei den Jusos, aber auch bei der SPD voranzubringen. Wir wollen das, was sich bereits auf der Bundesebene zum Teil vollzieht, auch bei uns vor Ort voranbringen!

 

Die Covid-19 Pandemie hat nicht nur dazu geführt, dass der eigentliche Termin unserer Bezirksdelegiertenkonferenz abgesagt werden musste, sondern hat auch die gesamte Arbeitsweise des Bezirksvorstandes geändert. So setzen wir zum Beispiel in Zeiten, in denen Abstand geboten ist, vermehrt auf politische Bildungsangebote, die online stattfinden. Wir haben neue Formate ausprobiert und alte ausgebaut. Auch wenn das weitere Infektionsgeschehen nicht vorhergesagt werden kann, wird es Aufgabe des Bezirksvorstandes sein zu überprüfen, mit welchen Formaten wir weiterhin arbeiten wollen. Aber nicht nur organisatorische, sondern auch politische Fragestellungen ergeben sich aus der Pandemie heraus, die uns in Zukunft beschäftigen werden und die wir in unsere inhaltlichen Arbeitsschwerpunkte einbeziehen müssen.

 

Sozialismus 

In der politischen und ökonomischen Debatte in Deutschland ist eine Linksverschiebung zu erkennen. Diese wollen wir als Bezirk sichtbar machen und nutzen. Wir haben vor unsere Mitglieder in sozialistischen Analysetechniken zu bilden, dies soll zum Beispiel durch ein Sozialismusseminar geschehen. In unserer Arbeit wollen wir eine Diskussion über Wirtschaftsdemokratie und andere moderne Ansätze der Ökonomie, besonders im Hinblick auf deren Gestaltung in ländlichen Räumen, in Gang bringen. Wichtig ist bei diesem Thema auch die Steuerpolitik, diese stellt eine der wichtigsten Stellschrauben zur sozialen Umverteilung dar.

Die zentrale Frage für das kommende Jahr ist, wie wir das Wirtschaftssystem sozialistisch so umbauen, dass ein ernsthafter und sozialer Klima- und Umweltschutz für die Gesellschaft möglich wird. Hierbei müssen auch soziale Spannungen zwischen der Ökologie und den Menschen sichtbar gemacht werden, ohne jedoch in unreflektierte Kritik am Wirtschaftswachstum zu verfallen. Für Niedersachsen können wir erkennen, dass dieses Fragen besonders in den Schlüsselsektoren Landwirtschaft, Energiewirtschaft und in der Automobilindustrie sichtbar werden, hierzu wollen wir zusammen mit unseren Mitgliedern Positionen und Ideen entwickeln.

Zusammengefasst können wir sagen, dass die kommende Frage für uns sein wird, wie wir die Ökologie, welche die Grundlage allen Wirtschaftens ist, mit sozialer Politik verbinden können.

 

Feminismus 

Als feministischer Richtungsverband können wir nicht die Augen vor einem zunehmenden gesellschaftlichen Rollback verschließen. Weltweit werden feministische Errungenschaften vor allem durch rechte Gruppierungen attackiert. Für uns ist und bleibt klar: unser Feminismus ist antifaschistisch! Konkret bedeutet das für uns, dass unsere feministische Arbeit bei den eigenen Strukturen anfangen muss, wenn wir glaubhaft für einen gesamtgesellschaftlichen Wandel streiten wollen.

Dies gewährleisten wir durch den Lila Leitfaden (feministischer Blick auf alle Bereiche) während all unserer Veranstaltungen, einer festen Awareness-Struktur, regelmäßiger Geschlechterplena bei unseren Seminaren und die Planung einer bezirksweiten Frauen*vernetzung. Allerdings müssen wir selbstkritisch feststellen, dass wir weiterhin auch in unserem Bezirk männlich geprägt sind und patriarchale Strukturen sich in Form von zum Beispiel reinen Männerrunden verfestigen. Es ist die Aufgabe des gesamten Bezirks und insbesondere die des Juso Bezirksvorstandes diese Strukturen zu bekämpfen. Diese Aufgabe darf auch nicht nur als Aufgabe für Frauen* betrachtet werden, sondern erfordert, dass sich Männer durch Selbstreflexion ihrer Privilegien bewusst werden und daraus Schlüsse für ein feministisches Handeln ziehen.

Wir wollen deshalb als Bezirk die Frauen*vernetzung weiter ausbauen und für diese auch Platz bei unseren Veranstaltungen schaffen. Die Frauen*vernetzung soll einen geschützten Raum für den Austausch von Frauen* in unserem Bezirk ermöglichen und zur Weitergabe von Wissen und Skills dienen.

Wir nehmen auch wahr, dass sich patriarchale Strukturen oft noch stärker in der SPD manifestieren. Als prägender Teil in der SPD Nord-Niedersachsen wollen wir dagegen vorgehen. Wir wollen unser feministisches Wissen an den SPD Bezirk weitergeben und so das Verständnis für Feminismus stärken und fördern.

Um uns auch inhaltlich mit aktuellen feministischen Themen auszutauschen und feministisches Wissen weiterzugeben, werden wir in diesem Jahr erneut ein Seminar zum Thema Feminismus durchführen.

 

Internationalismus 

Globale Bündnissysteme wie die NATO, die EU oder auch die Vereinten Nationen befinden sich in einer Krise. Der Multilateralismus, der sich in den vergangenen Jahrzehnten seit dem Zweiten Weltkrieg bewährt hat, ist nicht länger als Selbstverständlichkeit in allen Staaten weltweit angesehen.

Wir Jusos begreifen uns als internationalistischer Richtungsverband. Als solcher steht für uns im Fokus, dass Staaten und ihre Bevölkerungen weltweit im konfliktfreien Austausch zu- und miteinander handeln können. Wir möchten dazu als Jusos Nord-Niedersachsen mit unserer Arbeit im Bereich der Bildungs- und Aufklärungsarbeit beitragen. Wir wollen den Wert des Internationalismus weitertragen und bewahren. Außerdem müssen auch neue außen- und sicherheitspolitische Fragen, wie international agierende terroristische Netzwerke und eine feministische Außenpolitik stärker in den Blick genommen werden. Deshalb werden wir im Zuge unserer Seminararbeit wichtige Aspekte dieses Themas behandeln. Auf dem dazu angedachten Seminar wollen wir uns mit der Geschichte und der möglichen Zukunft internationaler Bündnissysteme auseinandersetzen. Insbesondere wollen wir die Entwicklungen des transatlantischen Bündnisses behandeln und debattieren. Weitere zu behandelnde Themen werden die europäische Integration sowie die Kooperation mit den Hauptakteuren der ostasiatischen Welt sein.

Mit Anträgen auf der BDK, sowie dem BuKo wollen wir die außenpolitische Kompetenz und Position der Jusos Nord-Niedersachsen sichtbar nach außen stärken und kontinuierlich fortführen. Damit wollen wir Einfluss auf die zukünftige Entwicklung außenpolitischer Positionen der Jusos und der SPD nehmen. Durch die Intensive Auseinandersetzung mit außenpolitischen Themen wollen wir außerdem das Interesse hierfür im gesamten Verband fördern.

 

Antifaschismus

Wir als Jusos Nord-Niedersachsen werden uns als antifaschistischer Richtungsverband weiterhin gegen jedes rechte, und menschenverachtende Gedankengut einsetzen. In unserer offenen Gesellschaft, für die wir einstehen, soll jeder Mensch selbstbestimmt so leben, wie er es möchte. Diese Werte, müssen wir auch in der Partei, sowie außerhalb der Partei ganz klar zeigen. Dem ansteigenden  Faschismus müssen wir aktiv entgegentreten. In den Parlamenten, und auf der Straße. So gehen viele Genoss*innen jährlich gegen den nationalistischen „Bund der Gotterkenntnis“ auf die Straße, um sich für mehr Toleranz und gegen faschistisches Gedankengut einzusetzen.

Für die antifaschistische Bildungsarbeit werden wir als Bezirk Nord-Niedersachsen wieder eine Gedenkstättenfahrt organisieren. Diesen antifaschistischen Kampf müssen wir überall führen. Auch international. Die steigende Anzahl antisemitisch motivierter Straftaten, der Fakt, dass sich immer mehr Menschen in Deutschland dafür aussprechen einen “Schlussstrich” unter das Erinnern an die Opfer der Shoa zu ziehen und die bedrohliche Situation für den Staat Israel, dem Schutzraum von Jüdinnen* und Juden vor Antisemitismus, muss politisch entgegengewirkt werden. Darum ist es umso wichtiger Jüdinnen* und Juden  zu schützen und uns ganz klar gegen jeden Antisemitismus und für das bedingungslose Existenzrecht Israels auszusprechen.

Darüber hinaus wollen wir aktiv und präventiv gegen Rechtsextremismus wirken, da ausländerfeindliches und nationalistisches Denken keinen Platz haben darf.

 

Klimaschutz 

Seit nun mehr als  einem Jahr beschäftigt sich unsere Gesellschaft mehr mit dem Thema Umwelt und Klima. Auch für uns steht fest, dass der Schutz unserer Erde und unserem Lebensraum, gerade im Bezirk Nord-Niedersachsen, welcher durch den Klimawandel explizit gefährdet ist, an oberster Stelle stehen muss.

Gleichzeitig darf Klimaschutz nicht immer so einsichtig betrachtet werden, wie dieser in den letzten Jahren behandelt wurde, da beim aktuellen Klimapaket der Bundesregierung und von Teilen der Gesellschaft Forderungen kommen, die Teile unserer Bevölkerung ausschließen.

Wir wollen uns kritisch-solidarisch mit Fridays For Future auseinandersetzen und die Bewegung in unserer Bündnisarbeit berücksichtigen. Auch wollen wir Klimaschutz in der SPD weiter voranbringen und für eine ambitionierte Beschlusslage in der Bezirks-SPD kämpfen.

 

Unser Fortschritt nimmt das Dorf mit: Den ländlichen Raum im Blick!

Unser Bezirk ist extrem ländlich geprägt und fällt durchaus durch die Abwesenheit von großen Städten auf. Wir erleben, nicht nur in Deutschland, zunehmende Spannungen zwischen ländlichen und urbanen Räumen. Diese werden durch kulturelle, wie auch durch materielle und politische Faktoren hervorgerufen und sind nicht zuletzt mit einer großen Ungleichheit begründet. Als Jusos setzten wir uns aktiv für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt & Land ein. Der ländliche Raum soll wieder attraktiver für die Menschen werden, sowie Lebensqualität für die Menschen und Familien bieten, die bereits in diesem leben. Infrastrukturelle Aspekte wie Netzausbau, Straßenbau oder der öffentliche Personennahverkehr sind dabei von enormer Wichtigkeit, auch im Zusammenhang mit dem Klimaschutz. Auch über Betreuungsangebote für Schulkinder und Kitaplätze muss dringend geredet werden, damit Familien die Entscheidung zu einem Leben auf dem Land leichter fällt.

Durch die dezentrale Organisation von Dörfern und Gemeinden haben linke Kräfte oft Schwierigkeiten, Mehrheiten für ihre Ideen und Aktive für politische Arbeit zu gewinnen. Das liegt auch daran, dass linke Ideen häufig aus urbaner Perspektive erdacht werden, weshalb wir es als unsere Aufgabe sehen, diese im ländlichen bzw. kleinstädtischen Kontext durchzudeklinieren und uns vehement gegen eine Benachteiligung ländlicher Räume durch einseitige politische Regulierung stellen. Es ist für uns wichtig, sozialistische Ökonomie auch in dezentralen Räumen möglich zu machen und gleichzeitig über zukunftsfähigkeit lokaler Betriebe zu sprechen. Gleichzeitig setzen wir uns für eine aktive Industriepolitik in Nord-Niedersachsen ein, insbesondere im Hinblick auf den Sozial-Ökologischen Umbau. Konservative Vormachtsstellungen sind eher Regel als Seltenheit, wodurch es auch in unserem Bezirk Wahlkreise gibt, in welchen konservative Parteien fast selbstverständlich Direktmandate holen können. Diese Vormachtsstellung müssen wir aufbrechen, indem wir unsere sozialistischen Ideen nicht mäßigen, aber übersetzen. Dafür ist es auch notwendig, kulturelle Institutionen in ihrer Monopolstellung zu hinterfragen und an neuen Institutionen mitzuwirken. Um Diskriminierung zu bekämpfen und individuelle Lebensgestaltung zu ermöglichen halten wir es für notwendig, Räume zur freien Entfaltung zu schaffen.

Das ländliche Leben bietet ebenfalls viele Vorteile, doch auf Grund der u.a oben genannten Aspekte wird es für viele eine unattraktive Option. Wenn nun der ländliche Raum lebenswerter gestaltet wird, vereinfacht sich die Lebenssituation für die Menschen auf dem Land erheblich.

Nord-Niedersachsen ist vor allem ökonomisch, infrastrukturell und demographisch gefährdet, abgehängt zu werden. Das ist in Europa kein Einzelfall, weshalb es ein ebenenübergreifendes Zusammenspiel braucht, um das Aussterben ganzer Landstriche zu verhindern. Aus diesem Grund setzen wir in diesem Jahr einen inhaltlichen Schwerpunkt auf das Leben im ländlichen Raum und machen es uns zur Aufgabe eine progressive Vision für diesen zu entwickeln.

 

Öffentlichkeitsarbeit

Als Jusos werden wir immer stärker als politisch relevanter Faktor wahrgenommen. Immer wieder stößt unser Verband große Debatten an und ist, auch durch unseren steigenden Einfluss in der eigenen Partei, die medial präsenteste Jugendorganisation. Diese Entwicklung möchten wir im nächsten Jahr auch in Nord-Niedersachsen weiter vorantreiben. Wir möchten Themen setzen – Online wie Offline. Unsere Online-Kampagnenfähigkeit haben wir vor allem im Europa-Wahlkampf unter Beweis gestellt. Diese möchten wir weiterhin konsequent ausbauen und auch immer wieder neue Format-Ideen ausarbeiten. Wir werden in diesem Jahr hauptsächlich über Instagram kommunizieren, jedoch auch Facebook bespielen. Dort werden wir unsere Inhalte kommunizieren, aber auch Einblicke in unsere praktische Arbeit zeigen. Im Hinblick auf zukünftige Wahlen möchten wir auch unsere UBs/KVs kampagnenfähig machen. Deshalb werden wir auf Anfrage weiterhin auch Inhalte für die UBs/KVs erstellen und Workshops für die einzelnen Gliederungen anbieten. Wir möchten alle Social Media Beauftragten in den Gliederungen vernetzen und bei Bedarf auch weiterbilden. Um die Relevanz sozialer Medien für politische Arbeit klarzustellen werden auch zukünftig entsprechende Workshops auf unseren Seminaren angeboten. Unser Ziel ist es, langfristig auch in der Presse präsenter zu werden um regional wie überregional Themen zu setzen. Auch hier möchten wir eng mit UBs/KVs kooperieren. Wir möchten unseren Mitgliedern auch längere Texte und Diskussionen anbieten, Fläche für Meinungen schaffen und über das Geschehen im Verband informieren. Deshalb haben wir unseren Newsletter zu einem Verbandsmagazin ausgebaut, welches wir nun evaluieren möchten und über dessen zukünftige Gestaltung wir mit den UBs/KVs diskutieren möchten. Grundsätzlich wollen wir ein Verbandsmagazin weiterführen.

 

Prozesse

Wir haben den Anspruch an uns, professionell und souverän zu agieren. Um professionell zu sein, müssen Prozesse stetig überdacht und verbessert werden. Durch mehr Professionalität können wir mehr Menschen außerhalb unserer Sphäre erreichen und neue Mitglieder hinzugewinnen. Darüber hinaus kann durch eine Verbesserung interner Arbeitsprozesse eine optimalere Zusammenarbeit geschaffen werden. Indem wir Fristen einhalten und verbindliche Zusagen aneinander einhalten, schaffen wir schneller mehr, als bisher.

Sollten Fristen/Aufgaben nicht zeitgerecht erledigt werden können, soll es kein Problem sein, dies zu kommunizieren. So kann die Aufgabe innerhalb des Teams delegiert und erledigt werden.

Für inhaltliche Themenbereiche sollen zukünftig Übersichtslisten erstellt werden, in denen regelmäßig von den dafür zuständigen Personen Updates eingetragen werden können. Auf Basis dieser Listen können wir Wissen kompakt in die Ausarbeitung von Anträgen, für Seminare sowie unsere Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Diese Listen wollen wir auch mit den UBs/KVs besprechen, um so Expert*innen, die nicht im Bezirksvorstand sind, mit ihrem Wissen in diese Arbeit zu integrieren.

Um einen optimalen Ablauf unserer Seminare zu ermöglichen, werden wir uns als Bezirksvorstand ein Konzept zum Verhalten auf Seminaren geben.

 

Frauen*vernetzung 

Wir wollen die Frauen* im Bezirk und den UBs/KVs fördern und die Arbeit, die andere Frauen zu diesem Thema bereits geleistet haben, fortsetzen. Durch die Erfahrungen im letzten Jahr ist dieser Punkt besonders wichtig für uns.

Als aktive Maßnahme gehört das Programm für die Frauen*vernetzung/- Förderung weiter auszubauen /zu erarbeiten.

 

Awareness-Team

Das Awareness-Team hat sich mittlerweile fest in unsere Arbeit als Jusos integriert. Sexismus, Rassismus, Antisemitismus sowie Homo- und Transphobie und jegliche andere Form der Diskriminierung haben auf Veranstaltungen von uns Jusos nichts zu suchen und müssen weiterhin aktiv verhindert werden. Daher soll das Awareness-Team weiterhin beibehalten werden und Ansprechpartner*in für den gesamten Bezirk bleiben. Die Awareness Arbeit soll sich durch alle Veranstaltungen ziehen und das Awareness-Team dauerhaft ansprechbar für jede*n Teilnehmer*in sein. So soll garantiert werden, dass sich jede*r auf den Veranstaltungen wohlfühlt und sich keinerlei Angriff oder Diskriminierung ausgesetzt fühlen muss.

 

Verhältnis zu Juso-Ebenen (nds. Bezirke, LaVo. BuVo)

nds. Bezirke und Bremen:

Mit den anderen niedersächsischen Bezirken und der Landesorganisation Bremen wollen wir eine vertrauensvolle und auf Gleichberechtigung basierte Zusammenarbeit erreichen. Corona Bedingt konnten gemeinsam geplante Seminare, wie ein Seminar zur Netzpolitik mit den Jusos Weser-Ems oder das Breminar mit allen Bezirken sowie der Landesorganisation  Bremen nicht durchgeführt werden. Auch eine Delegationsreise mit den Jusos Bezirk Hannover  war nicht möglich. Über die regelmäßig stattfindenden Online-Seminare arbeiten wir mit anderen Verbänden trotzdem weiterhin zusammen. Wir setzen uns dafür ein, die geplanten Seminare und die geplante Delegationsreise zu einem geeigneten Zeitpunkt nachzuholen. Solang dies noch nicht möglich ist, soll der Austausch über die Online-Arbeit intensiviert werden.

Wir werden auch in diesem Jahr unsere gemeinsame Delegation auf dem Bundeskongress der Jusos reflektieren und auf Grundlage dessen erneut eine Delegation der niedersächsischen Bezirke auf dem Bundeskongress anstreben.

LaVo:

Wir wollen weiterhin mit unseren aktuellen drei Mitgliedern des Landesvorstands einen engen Austausch beibehalten, um uns gegenseitig über die jeweilige Vorstandsarbeit zu informieren. Über unsere Landesvorstandsmitglieder wollen wir die Position unsere Bezirks auf die Landesebene tragen und durch gemeinsame Projekte mit jungen und Juso-nahen Landtagsabgeordneten die Zusammenarbeit intensivieren.

Wir wollen mit Interessierten aus unserem Bezirk die Veranstaltungen des Landesvorstandes besuchen und unterstützen diese gerne durch Referent*innen aus unserem  Bezirk.

Bundesebene:

Mit der Bundesebene wollen wir vertrauensvoll zusammenarbeiten. Wir wollen, dass die Positionen und Inhalte aller Verbände im Bundesvorstand gleichberechtigt vorkommen und ernst genommen werden. Über die Telefonkonferenzen mit dem Bundesvorstand und die stellv. Bundesvorsitzende für die niedersächsischen Bezirke wollen wir das sicherstellen.

Mit Interessierten aus dem Bezirk wollen wir die Veranstaltungen auf Bundesebene zahlreich besuchen und so den Bundesvorstand in seiner Arbeit unterstützen. Deshalb werden wir auch in den Bundesprojekten Sozial-Ökologische Transformation durch Katharina, Armut und Sozialstaat durch Jonas und Perspektive demokratisierte Wirtschaft durch Mattheus vertreten.

Wir werden außerdem Kampagnen des Bundesvorstandes implementieren und unterstützen, aber gleichzeitig eigene Kampagnen entwickeln.

 

Verhältnis zur Bezirks-SPD

Als Juso Bezirk arbeiten wir in kritischer Solidarität, fair und auf Augenhöhe mit dem SPD Bezirk zusammen. Wir verstehen uns als prägender Teil des SPD Bezirks und wollen diese Rolle auch angemessen wahrnehmen. Dies tun wir zum Beispiel, in dem unsere Vertreter*innen von den Jusos sich an den Arbeitsgruppen des SPD Bezirks zur Parteierneuerung aktiv beteiligen. Um eine solche Aktivität auch weiterhin sicherzustellen, muss es unser Ziel sein auch beim nächsten Bezirksparteitag, Jusos in den Vorstand zu bringen. Aber nicht nur personell wollen wir uns in den SPD Bezirk einmischen. Für uns stehen immer Inhalte im Vordergrund. Die inhaltliche Weiterentwicklung wollen wir, wie schon in der Vergangenheit, durch Anträge unsererseits voranbringen.

Es bleibt weiterhin unser Ziel, ein für unseren Arbeitsaufwand angemessenes Budget zu erhalten.

 

Verhältnis zu UBs/KVs

Die sechs Unterbezirke und Kreisvereine der Jusos Nord-Niedersachsen sind, neben einigen Arbeitsgemeinschaften, die erste Anlaufstelle für neue Mitglieder und solche die aktiv werden wollen. Für den Bezirk ist es deswegen sehr wichtig, dass starke Unterbezirke und Kreisvereine im gesamten Bezirk Nord-Niedersachsen aktive Juso-Arbeit betreiben. Dabei wollen wir bestmöglich unterstützen und verstehen uns deswegen weiterhin als Service Ebene. Durch unsere regelmäßigen Seminare vernetzen wir Jusos im gesamten Bezirk und sorgen dafür, dass Skills und Wissen weitergegeben werden. Mit unseren Social Media Kampagnen wollen wir den Unterbezirken und Kreisvereinen die Möglichkeit geben, auch in den sozialen Medien präsent zu sein. Außerdem wollen wir bei eigenen Veranstaltungen der Unterbezirke und Kreisvereine unterstützen, in dem wir beispielsweise unseren Seminarpool anbieten oder an den Veranstaltungen teilnehmen.

Um die gesetzten Ziele zu erreichen, ist ein enger und vertrauensvoller Kontakt und Informationsaustausch zwischen dem Bezirksvorstand und den Unterbezirken und Kreisvereinen unabdingbar. Um diesen Kontakt zu gewährleisten, werden wir wieder 1x im Quartal bei Bedarf eine TelKo im Rahmen des “BeVo+ Formats” stattfinden lassen und natürlich bei Bedarf auch häufiger miteinander telefonieren. Zusätzlich werden alle Unterbezirke und Kreisvereine mindestens ein Mitglied des Bezirksvorstandes an ihre Seite gestellt bekommen, um einen regelmäßigen Austausch über die alltägliche Arbeit des Bezirksvorstandes zu gewährleisten.

Es gibt bei den Jusos immer Phasen, in denen Unterbezirke und/oder Kreisvereine aufgrund schwindender Mitgliederzahlen nicht so aktiv sein können, wie sie wollen. Die Gründe dafür sind verschieden, aber gerade in einem ländlich geprägten Bezirk, ohne universitären Standort, lässt sich viel auf die Struktur zurückführen. Mit dem Kick-Start-Programm legen wir ein Antrag bei der Bezirksdelegiertenkonferenz vor, der dieses Problem aufgreift und erste Wege aufzeigen soll, wie der Bezirksvorstand in solchen Phasen unterstützen kann.

 

Seminare 2020/21

Wir sehen es als eine unserer Hauptaufgaben an, Seminare zur politischen Bildung durchzuführen. Politische Bildung ist das Herzstück für unsere Arbeit als Jusos und soll gleichzeitig in Zeiten von wieder steigenden faschistischen Tendenzen gegenhalten. Aufgrund der Corona-Pandemie ist es uns vorerst nicht möglich Präsenzveranstaltungen durchzuführen. Deshalb planen wir bis mindestens Ende des Jahres 2020 in einem regelmäßigen Turnus, Online-Seminare anzubieten. Dabei wollen wir die Themen, die wir eigentlich für Präsenzseminare vorgesehen haben, so gut wie möglich mit Online-Formaten umsetzen. Wir werden uns deshalb bis Ende diesen Jahres mit Themen, wie Antisemitismus, dem ländlichen Raum, moderner Mobilität und Wahlkampfstrategien auseinandersetzen. Wir werden als Bezirksvorstand ab dem Jahr 2021 – in enger Absprache mit dem SPD Bezirksvorstand – fortlaufend evaluieren, ob wir Präsenzseminare durchführen können

 

Bei unseren Seminaren achten wir darauf, dass sich alle Teilnehmer*innen wohlfühlen. Um dies zu gewährleisten, werden wir bei allen Seminaren ein Awareness-Team stellen. Rassismus, Sexismus, Antisemitismus sowie Homo- und Transphobie und alle anderen Formen von Diskriminierung haben bei unseren Seminaren keinen Platz. Auch bei Online-Seminaren achten wir darauf, dass sich alle Teilnehmer*innen wohl fühlen und dulden kein diskriminierendes Verhalten.

 

Andere Online-Formate 

 

NoNie FM – der Klönschnackpodcast 

Als weiteres Format unserer politischen Arbeit und Kommunikation haben wir den Podcast „NoNie FM“ – der Klönschnackpodcast ins Leben gerufen. Bei diesem Podcast sollen in verschiedenen Formaten Fachexpert*nnen aus NN und außerhalb zu ihren jeweiligen Themen referieren oder in Gesprächen berichten können.

Eines dieser Formate ist das Interviewformat. Bei diesem berichtet eine Person oder mehrere Personen im Dialog über jeweiliges Experten/Erfahrungsfeld (bspw. Thema oder Erfahrungsbericht). Im weiteren Format soll auch die Möglichkeit bestehen, dass eine einzelne Person alleine über ein Thema referiert.

Es ist jedem UB und KV im Bezirk offen gestellt, sich mit Ideen, konkreten Wünschen und in Absprache mit dem BeVo in die Produktion weiterer Podcast Folgen einzubringen. Der Podcast soll zumindest im gesamten Jahr 2020 fortgeführt werden.

 

Erklärvideos

Zur Ergänzung unserer politischen Bildungsangebote produzieren wir Erklärvideos.

Diese Videos bestehen aus verschiedenen Zeichnungen anhand derer wir verschiedene Sachverhalte darlegen. Erläutert werden Grundwerte der Jungsozialist*innen sowie aktuelle politische, gesellschaftliche und organisatorische Themen und Skills in visueller Form, diese werden dann auf der Website der Jusos Nord-Niedersachsen oder auf den Social-Media-Kanälen veröffentlicht. Dadurch wollen wir unsere Inhalte leichter zugänglich und diese zeitlich unabhängig abrufbar machen. Dies öffnet unsere politische Bildungsarbeit für Menschen, die aus zeitlichen Gründen nicht an Veranstaltungen oder Online-Seminaren teilnehmen können.

 

Bundestagswahl 2021

Die Bundestagswahl 2021 stellt eine einmalige historische Situation da, bei der das erste Mal kein*e Amtsinhaber*in erneut kandidiert. Wir sind der Überzeugung: mit einem guten Programm und einem gemeinsamen Wahlkampf kann die SPD diese Bundestagswahl gewinnen und mit einem progressiven Bündnis die Regierung stellen. Als Juso Bezirk sehen wir unsere Aufgabe darin die Kandidierenden in Nord-Niedersachsen mit besten Kräften zu unterstützen und einen Jugendwahlkampf durchzuführen. Das bedeutet für uns auch, dass wir insbesondere Kandidierende unter 35, die den Jusos nahe sind, unterstützen. Deshalb wollen wir in die jeweiligen Unterbezirke und Kreisvereine fahren, um dort mit den Kandidierenden und den Jusos vor Ort Wahlkampf zu machen. Außerdem wollen wir die Bundestagswahl intensiv medial begleiten und mit bewährten Taktiken, die wir bereits bei der Europawahl proben konnten (Guerilla-Whatsapp-Gruppen), möglichst viele Genoss*innen erreichen. Wie sehr wir bei dieser Wahl auf eigen Materialien setzen, kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesagt werden und soll an geeigneter Stelle vom Bezirksvorstand entschieden werden.

 

Kommunalwahl 2021 

Jusos gehören in die kommunalen Parlamente! Es ist unser Anspruch bei der nächsten Kommunalwahl Jusos dazu zu motivieren sich zur Wahl aufstellen zu lassen und in ihrem Wahlkampf zu unterstützen. Das wollen wir sowohl personell, indem wir in die jeweiligen Kommunen fahren, als auch online, wo wir unsere Kandidat*innen vorstellen. An dieser Stelle appellieren wir daran, dass die Geschlechterquote eingehalten wird. Es soll also darauf geachtet werden, dass auch genügend Juso-Frauen* dazu animiert werden, sich wählen zu lassen. Dies sollte bei der Listenaufstellung ebenfalls Beachtung finden. Alle Kandidat*innen sollen schließlich im Wahlkampf die Selbe unterstützung von uns und ihren Kommunen erfahren.  Für uns ist klar: Jusos gehören in die kommunalen Parlamente!